Die wahre Größe lag im nein!

Das Team Atventure erlebte dramatische Zeiten auf dem Atlantik

Jeder Griff zum Ruder wird zur Qual, jeder Zug am Ruder wird zur übermenschlichen Anstrengung. Dominic Schaub hat dieses Gefühl neun lange Tage und 900 Kilometer gehabt und musste dann das schwerste Wort seines Lebens sagen: Nein!

Wenn man sich auf eine Atlantiküberquerung vorbereitet hat, rechnet man bei der Überquerung mit einer Sache ganz sicher nicht: Seekrankheit. Doch es war genau diese Krankheit, die Dominic Schaub nach neun Tagen zur Aufgabe zwang: „Nein, ich kann nicht weiterrudern.“ In Abstimmung mit den Renn-Ärzten entschied sich Dominic Schaub für die Aufgabe. Nicht nur die Seekrankheit war aussergewöhnlich, sondern auch der Umstand, dass diese immer schlimmer wurde.

Es sollte noch lange Tage dauern, bis die begleitende Segelyacht „Suntiki“ bei den Schweizern ankommen sollte. Doch die Winde standen gut und so wurde Schaubs Leiden zwei Tage vor der errechneten Zeit beendet und er an Bord genommen. Genau an Weihnachten. Er wird dieses Weihnachten lieben, weil es das Ende des Leidens war und hassen, weil es das Ende des Traumes war, den Atlantik mit seinem Partner Florian Ramp rudernd zu überqueren.

Florian Ramp bleibt auf eigenen Wunsch auf dem Boot zurück und rudert jetzt die verbleibenden 3865 km als ein-Mann-Boot das Rennen weiter bis nach Antigua.

Dominic Schaub kam nach zweieinhalb Tagen auf Kap Verde, an, der nächst grösseren Insel mit Flughafen. Endlich hatte er wieder festen Boden unter den Füssen. Von dort tritt er seine Heimreise an.

Wer innerhalb von neun Tagen fast 1000 Kilometer bei extremer Seekrankheit rudert, verdient größten Respekt. Und vor seinem nein zum Weiterrudern haben wir ebenfalls großen Respekt. Jetzt sind all unsere Gedanken und Wünsche bei Florian Ramp, der noch rund 3800 Kilometer alleine vor sich hat. Wir hoffen auf gute Zeiten für ihn und sind schon jetzt gespannt, die Geschichte der Evakuierung von Dominic Schaub aus erster Hand zu erfahren. Aus der Hand, die unsere Uhr trägt.

Florian und Dominic
Rettung mitten auf dem Atlantik: Dominic Schaub (mit Schwimmweste) kurz vor dem Verlassen des Ruderbootes.
Abschied vom Teamkollegen: Schaub (l.) gibt das Rennen auf. Florian Ramp rudert alleine Richtung Karibik.
Jetzt Solo: Ramp filmt, wie sein seekranker Teamkollege das Boot schwimmend Richtung Segelyacht verlässt.
Dominic Schaub
Florian Ramp